Ich kann’s nicht mehr hören!

Industrie 4.0 ist DAS Thema. Ja, ich habe verstanden: Es geht um die Verzahnung der industriellen Produktion mit der modernen Technik und es geht um Kommunikation. Und es geht um noch viel mehr.

Es geht um Systeme, die lernfähig sind, die sich entwickeln. Hightech Strategie.

Keine Frage, die Industrie 4.0 wird kommen und alle Bereiche der erfassen.  Bislang haben nur die wirklich Großen die Systeme bereits in ihre Unternehmen implementiert.

Wir Europäer hinken im Vergleich etwas hinterher. Hier herrschen große Bedenken, die einher gehen mit einer gewissen Zögerlichkeit. Doch es geht kein Weg an dieser Entwicklung vorbei. Telekom Chef Höttges hat es drastisch ausgedrückt: „Statt Industrie 4.0 drohe …sonst die Industrie 0.0“

Die Wirtschaft der Zukunft, die digital vernetzten Systeme, ticken anders als das Business, dass wir alle kennen. Alles ist schneller, flexibler, chaotischer – aber auch näher am Kunden.  

Doch was bedeutet Industrie 4.0 für den Handel und den Einkauf? Müssen wir uns auch anpassen und umstellen? Was wird sich ändern? Oder bleibt alles wie es ist?

Durch die Verzahnung von Mensch, Maschine und Produktion geht das eine nicht ohne das andere. Die Ausgangsbasis ist immer die Ausrichtung am Kundenbedürfnis. Damit diese Bedürfnisse punktgenau in der Produktion landen, muss die gesamte Kette inklusive Handel auf lange Sicht komplett verzahnt werden. Die Chancen und Möglichkeiten einer intelligenten Produktion würden ohne diese Verzahnung überhaupt nicht hinreichend ausgeschöpft, da der notwendige Input fehlt.

Doch wie kann so eine Verzahnung aussehen? Müssen nun einfach „von oben“ Vorgaben geändert werden und so der notwendige Entwicklungsfluss in Gang gesetzt werden?

Sicher nicht! Tatsächlich ist der erste notwendige Schritt die Analyse, wie bereit Ihr Unternehmen überhaupt schon ist für die notwendigen Neuerungen. Systeme müssen untersucht werden auf Möglichkeiten und Chancen. Hierarchien müssen flacher werden, damit die Informationen in alle Richtungen ausgetauscht werden und so der maximale Nutzen erzielt werden kann. Führungsprinzipien müssen geändert und angepasst werden. Unternehmen alter Prägung passen nicht in die  neuen Systeme.

Diesen Anforderungen zu genügen und die notwendigen Prozesse zu verändern, verlangt viel von uns allen.

Der ideale Pacemaker  für diese neuen Systeme ist dabei der Einkauf. Der Einkauf, der sowohl Kompetenzen im  Managementbereich  als auch im technischen Bereich  hat. Verzahnt nach außen – mit dem Kunden  und nach innen, mit der Produktion bzw. dem Produkt, ist dieser Bereich hervorragend dazu geeignet die Erneuerungen voranzutreiben.

Was könnte sich konkret im Handel ändern? Bislang wurde beispielsweise unter optimierter Lagerhaltung  lediglich die Optimierung der eigenen Bestände und Dispositionen  verstanden. Das hat immer auch bedeutet, dass es bei der Lieferkette zu den Ihnen bekannten Problemen gekommen ist. Unerwartete Bedarfe am Markt haben die Lagerkapazitäten extrem reduziert, was wiederum zu Lieferengpässen an anderer Stelle geführt hat usw..  Der Lagerbestand der Zukunft könnte dank BIG DATA die gesamte Lieferkette erfassen und so für wirklich optimierte Lagerdisposition sorgen.

„Herrjemine, wie soll das gehen?“, fragen Sie sich. Wir uns auch. Und das ist auch gut so, denn  diese Systeme werden kommen. Wenn wir uns nicht um Antworten bemühen, werden es andere tun.

Wir sollten die Chancen nutzen und Vorreiter sein. Lagerbestände durch intelligente Systeme innerhalb der gesamten Lieferkette zu optimieren und so Wettbewerbsvorteile sichern.

„Mit den Methoden von gestern kann man nicht die Probleme von morgen lösen.“

 Wie bereiten Sie sich auf diese Herausforderungen vor?

Dynamische Grüße aus Bremen – Lassen Sie es sich gut gehen!

Claudia Münster