Münsters Rückblick 

Entspannt und stolz eröffne ich den aktuellen Rückblick auf die Märkte mit der Auswertung meines letzten Blicks in die Glaskugel. 25% Preissteigerung hatte ich prognostiziert. Geworden sind es 24 % und so kann ich meine Patzer der letzten Male etwas ausgleichen.
 

Allgemeine Preisentwicklung Flansche und Rohstoffe

  • Bis Mitte Dezember stiegen die Preise für das Vormaterial im C-Stahl weiter an und zwar um respektable 14%, was einer Preissteigerung von insgesamt 34% entspricht (seit Mitte Oktiber)!
  • Dann brachen die Preise jedoch ein und zwar um ca 10%. Ausgehend von den Preisen Mitte Oktober 2016 ergibt sich so die aktuelle Verteuerung um 24%.
  •  Nachdem Kokskohle weltweit in den letzten Monaten eine extreme Preissteigerung hingelegt hatte, begann sich die Situation Mitte Dezember zu verändern. Die Preise waren extrem schwankend und sind bislang um etwa 6% gesunken.   
  • Die aktuelle Steigerung beim Vormaterial für Flansche um 24% begründet sich neben den Preisen für Kokskohle und anderen Rohstoffe auch in restriktiven Umweltschutzmassnahmen der chinesischen Regierung, was für einige Werke einen zeitweiligen Produktionsstop zur Folge hatte. 
  • An der LME lag der Nickelpreis Ende Dezember bei knapp über US$ 10.000. Die Märkte schauen gespannt darauf, wie lange der Nickel sich noch über der 10.000-er Marke halten kann. Ursächlich für den Preisabfall sind neben reduzierten Exportzahlen aus Südostasien auch der reduzierte Bedarf des chinesischen Marktes. 
  • Auch bei den Preisen für Edelstahl gab es eine leichte Reduzierung des Preises um etwa 3%.

Situation in China 

  • Es wird für 2017 ein geringfügig reduziertes Wirtschaftwachstum in China  erwartet. Gleichwohl war der chinesische PMI (Purchase Manager Index) mit einem Wert von 50,9 auf den besten Stand seit Januar 2013. 
  • China hat mit der sogenannten „Supply-side Structural Reform“ nach Angaben der China Daily die gesetzten Ziele erreicht. Das von der Regierung vorgegebene Ziel für das  Wirtschaftswachstum wurde 2016 mit einem Wirtschaftswachstum von 6,7% im unteren Bereich erreicht. Erreicht wurde dieses Ziel mit verschienenen Maßnahmen, wie z.B. dem Aufgeben von nicht-lukrativen Bereichen, Reduktion der Überkapazitäten,

Binnenmärkte 

  • Die Situation für die Stahlindustrie bleibt weiterhin unsicher. Die im wesentlichen unveränderte Situation bei den Billigimporten aus China (außer im Bereich Flansche) sowie die geplante Reform des Emmissionsrechtehandels verhindern eine Entspannung. 
  • Der BME erwartet für 2017 eine deutliche Steigerung des Stahlbedarfs in der deutschen Industrie wegen einer Belebung bei dem verarbeitenden Bereich bzw. der Industrie. Tatsächlich war das letzte Quartal des Jahres 2016 für die Industrie das beste seit drei Jahren!

Ausblick oder mein Blick in die Glaskugel 

Auch wenn der scheinbar unaufhörliche Preisanstieg im C-Stahl Bereich ab Mitte Dezember nicht länger anhielt und es zu Einbrüchen kam, bleibt es bei einer absoluten Erhöhung von 24%.

Die Frage, die Sie jetzt bewegt ist:

Wann ist der richtige Zeitpunkt  zum einkaufen? 

Nach meiner Einschätzung werden sich die Preise bis zum chinesischen Neujahrsfest in dem aktuellen Bereich bewegen. Es wird leichte Schwankungen geben, aber keine extremen Bewegungen nach oben oder unten.

Wie die Situation nach dem Neujahrsfest sein wird, ist mehr als ungewiss. Unsere chinesischen Partner gehen davon aus, dass die Preise dann weiter anziehen werden. Hierfür gibt es jedoch keine eindeutigen Indikatoren. Aber unabhängig von der aktuellen Situation gab es in den vergangenen Jahren nach den Feiertagen immer deutliche Preissteigerungen. Diese sind den ganz normalen Faktoren, wie gesteigerter Bedarf etc. geschuldet. Es gibt keinen Grund, warum es ausgerechnet in einer derart angespannten Preis-Situation  anders sein soll. Ich rechne deshalb mit erneuten Preissteigerungen ab Mitte  Februar von mindestens 5%.

So, dass war’s für heute und ich sende Ihnen die üblichen

dynamischen Grüße aus Bremen – lassen Sie es sich gut gehen!

Claudia Münster