Münsters Rückblick 

Wie erwartet, sind die Preise  für das Vormaterial im Bereich P250GH /C22.8 im Januar trotz einiger Schwankungen in beide Richtungen zum Start der Ferien anlässlich des  chinesischen Neujahrsfest bei den gleichen Werten wie Ende Dezember: plus 24%. 
 

Allgemeine Preisentwicklung Flansche und Rohstoffe

  • In der ersten Januar Dekade  stiegen die Preise für P250GH um etwa 6 % auf 3.300 RMB/T, um dann wiederum bis zum Beginn der Ferien um exakt 6% zu fallen. 
  • Der im Dezember  begonnene Trend nach unten bei den Preisen für Kokskohle setzte sich  im Januar fort. Er wird erwartet, dass sich dieser Trend fortsetzt und der heftige Preisanstieg im 2. Halbjahr 2016 dadurch wieder komplett überholt sein wird. 
  • Beim Edelstahl hingegen setzten sich die Preissteigerungen fort. Das ist u.a.  bedingt durch die weiterhin steigenden  Nickel- und Ferrochrompreise, was sich wiederum deutlich spürbar bei  den Legierungzuschlägen auswirkt. 
  • An der LME lag der Nickelpreis Ende Januar bei  US$ 10.500. Nicht ob, sondern wie  lange sich der Preis noch über der 10.000-er Marke halten kann, ist die Frage, die sich  den Börsianern stellt. 

Situation in China 

    Aktuell hat das chinesische Neujahrsfest und die anschließenden landesweiten Ferien, die Nation fest im Griff. Erst in der kommenden Woche wird das Business as usual langsam wieder aufgenommen werden. Wie üblich, werden zahlreiche Wanderarbeiter nicht an ihre Arbeitsplätze zurückkehren, sondern die Gelegenheit für einen Wechsel nutzen. Die Fertigungsstätten stellt das regelmäßig vor Herausforderungen.

    China steht insgesamt vor einigen Herausforderngen. Das Wirtschaftswachstum von 6,7 % ist das niedrigste seit mehr als drei Dekaden.

    Darüber hinaus erschweren Strafzölle auf weitere Stahlprodukte bei Importen in die EU sowie die lautstarken und massiven Sanktionsankündigungen aus den USA eine Steigerung des wirtschaftlichen Wachstum für die Chinesen.

    Chinas Ankündigung, die Überkapazitäten bei der Stahlproduktion abzubauen, werden nur zögerlich umgesetzt. Auch wenn es faktisch in 2016 geringfügig reduzierte Zahlen gegeben hat, gab es kaum wirkliche Veränderungen. Die Reduktion ist primär auf unabhängig von den angekündigten Maßnahmen erfolgte Werksschließungen in 2016 zurückzuführen. 
     

    Binnenmärkte 

    Experten geben für den deutschen Markt trotz leicht gestiegener Auftragszahlen  keine Entwarnung. Zu viele Faktoren stehen signifikanten Verbesserungen der wirtschaftlichen Situation entgegen.

    Globale Überkapazitäten in der Stahlindustrie, die Offshore- und Schiffsbauflaute, Dumpingpreise aus China und die Gefahren, die durch die geplante Emmissionsrechtehandel-Reform drohen, können durch die Steigerungen in der Baubranche nicht ausgeglichen werden.

     

    Ausblick oder mein Blick in die Glaskugel 

    Einen welt- oder auch nur deutschlandweiten Ausblick erlaube ich mir nicht. Das sollen die tun, die sich besser damit ausgehen. Wir blicken hier auf die Entwicklung der Preise im Bereich Flansche und Schmiedestücke.

    Und hier bleibt es dabei: Nach dem Ende der Ferien in China sind Veränderungen zu erwarten. Ich bleibe bei meiner Prognose, dass für Material P250GH /C22.8  die Preise ab Mitte Februar um etwa 5% steigen und sich auf diesem Niveau bis Ende Februar bewegen werden.

    Im Edelstahlbereich wird es nach meiner Einschätzung im Februar keine signifikanten Veränderungen geben, da es keine Indizien für eine spürbare Veränderung gibt.

    So, dass war’s für heute und ich sende Ihnen die üblichen

    dynamischen Grüße aus Bremen – lassen Sie es sich gut gehen!

    Claudia Münster