Münsters Rückblick 

 

Der Mai war geprägt von deutlich gestiegenen Bedarfen, verlängerten Lieferzeiten und erneut steigenden Preisen beim Vormaterial C22.8/P250GH.

Die gestiegene Nachfrage ist  – wie  erwartet – primär den saisonal üblichen Lagerbestellungen geschuldet und weniger einem tatsächlich gestiegendem Bedarf. Genau dieses Einkaufsverhalten hat dann aber wiederum im Laufe des Monats die Preise ansteigen lassen, nachdem diese im April gesunken waren.

Allgemeine Preisentwicklung Flansche und Rohstoffe 

 

Die Preissteigerungen für das Vormaterial P250GH, die Ende April bereits einsetzten, haben sich fortgesetzt. Zwar ist die Steigerung aktuell nicht so rasant wie vor einigen Monaten direkt nach dem chinesischen Neujahrsfest, sondern eher kontinuierlich. Dennoch ist der Preis im Laufe des Monats um 10% gestiegen und aktuell auf dem Level von Anfang März 2017.

Im Edelstahlbereich haben die Preise im Mai wegen leicht gesunkener Legierungszuschläge minimal nachgegeben.

Situation in China 

 

Die Ratingagentur Fitch erwartet, dass die Stahl-Produktionsmengen ebenso wie die Nachfrage in China  2017 stabil bleiben werden, was die Preise wiederum unter Druck setzen wird.

Aktuell gibt es im chinesischen Binnenmärkte einige Großprojekte, die bei den Herstellern spürbar die Kapazitäten beschneiden.

Gleichzeitig ist die Situation in China angespannt, da die Vorgaben der Regierung hinsichtlich von Werksschließungen in diesem Jahr nur schwer zu erfüllen sind. Die von  der Regierung zur Schließung vorgesehenen Werke produzieren allesamt noch, da durch die gestiegenen Preise deren Interesse an einer Schließung erheblich gesunken ist, da die Rentabilität mittlerweile wieder gestiegen ist.

Die Situation ist damit komplett anders als im vergangenen Jahr. Die Werksschließungen in 2016 unproblematisch, da im Wesentlichen Werke geschlossen wurden die ohnehin nicht mehr produziert haben. So konnte der westlichen Welt signalisiert werden, dass China sich um die Reduzierung der Überproduktion kümmert, ohne jedoch tatsächlich die Produktionssituation zu verändern. 

Binnenmärkte 

Die  Stahl-Nachfrage  bleibt im Binnenmarkt in 2017 zwar stabil; extreme Steigerungen sind hingegen nicht zu erwarten.

Die aktuellen Themen im europäischen Wirtschaftsraum bleiben weiterhin die anstehende Reform des Emissionsrechtehandels. Mittlerweile sind einige deutsche Ministerpräsidenten vorgesprescht und haben der Kanzlerin einen Brandbrief geschrieben, damit sie deutsche Belange in der EU in dieser Sache unterstützt.

Weiterhin bleibt auch die Frage nach zulässigen Wrtschaftssanktionen gegen China wegen Dumpingpreisen brandaktuell.

Ausblick oder mein Blick in die Glaskugel 

 

Es ist anzunehmen, dass das hochpreisige Level anhält. Der Gründe hierfür sind neben harten Fakten wie Rohmaterialien, etc., die zu vernachlässigen sind, insbesondere diese Umstände:

  • Die chinesischen Hersteller haben eine große Auslastung in den Sommermonaten durch die saisonal bedingten Lagerbestellungen.
  • Für den Sommer ist wie in der Vergangenheit eine zeitweise Beschränkung der Stromversorgung zu erwarten. Der gestiegene Energiebedarf – bedingt durch Klimaanlagen und  Kühlsysteme – überbelastet die chinesischen Energieversorger. In den vergangenen Jahren wurde dann einfach immer mal wieder der Strom für die stark energieverbrauchenden Fabriken abgeschaltet. Ich gehe davon aus, dass es auch in diesem Jahr so sein wird. 
  • Die Nationalregierung hat eine ganze Armee von Inspektoren zur Reduzierung der Luftbelastung in die Provinzen ausgesandt, die für Überwachung der Umwelt belastenden Fabriken verantworteich sind. In einer Art  #zerotolerance-Taktik werden Fabriken, die nicht die Anforderungen an eine saubere Produktion erfüllen, stillgelegt werden. 

Es bleibt also spannend und wie schon in den vergangenen Monaten bleibt es dabei:

Was Sie heute bestellt haben, kann nicht morgen teurer werden.  

    Dynamische Grüße aus Bremen – lassen Sie es sich gut gehen!

    Claudia Münster