Münsters Rückblick 

Wir hatten für den Oktober weiterhin hohe Preise ebenso wie längere Lieferzeiten beim Einkauf von Flanschen in China erwartet. 

Diese Befürchtungen haben sich mehr als bestätigt. Tatsächlich hat sich die Situation drastisch zugespitzt. 

Allgemeine Preisentwicklung Flansche und Rohstoffe

Bei den Vormaterial-Preisen  für P250GH gab es auch im Oktober etwas Bewegung; allerdings gab es keine dratsischen Ausschläge nach oben oder unten. Insgesamt lag der Preis zum Ende des Monats bei 4.300 RMB /Tonne, was lediglich 4% über dem Höchststand im September liegt.

Der Nickelpreis ist im Laufe des Oktobers weiter angestiegen und zwar um 10%, so dass die Edelstahlpreise ebenfalls weiterhin angestiegen sind. 


 

Situation in China  

Die umweltpolitischen Maßnahmen der chinesischen Zentralregierung und  in den Provinzen werden immer restriktiver. Um in diesem Jahr die regelmäßig extrem ansteigenden Smogwerte während der Heizperiode zu verhindern, hat die Regierung einen ganzen Maßnahmenkatalog während der Heizperiode vom 15.11.2017 bis zum 15.03.2018 angeordnet. 

Zahlreiche Einzelmaßnahmen bilden ein Gesamtpaket, das es in sich hat. In den Provinzen mit Schwerindustrie und anderen Branchen, die starke Umwektbelastungen verursachen, z.B. in den Provinzen Shandong, Tianjin oder auch in Shanxi, müssen Stahlhersteller ihre Produktion um 30% oder teilweise sogar um 50% reduzieren, besondere Drecksschleudern werden gleich ganz geschlossen.

In Shandong beispielsweise scheint für die Flanschenwerke fast nichts mehr zu gehen: Schließungen während der Wintermonate für die Dreckspatzen, für andere wiederum scheint es kein Gas mehr zu geben zum Beheizen  der Öfen. Shandong, die Provinz, die bekannt ist für besonders günstige Preise für Blindflansche und glatte Flansche scheint für die kommenden Monate kein verlässlicher Partner mehr zu sein. 

Das führt dazu, dass alle Aufträge, die üblicherweise in Shandong platziert werden, insbesondere in der Provinz Shanxi platziert werden. Das führt zu einem Verknappungsmarkt, der die Preise weiter ansteigen lässt und die Lieferzeiten deutlich in die Länge treibt. 

Hinzukommt, dass die Vormaterialbeschaffung erheblich erschwert ist. Konnten die Flanschen-Produzenten, in der Vergangenheit kurzfristig ihre Bedarfe decken, verlängern sich auch hier die Lieferzeiten immer weiter. 

Zum Ende des Monats hin wurde von Regierungsseite noch einmal ein verschärfter Auflagenkatalog angekündigt. Die angedrohten Sanktionsmaßnahmen bei Zuwiderhandlungen reichen von Werkschließungen bis hin zu drakonischen Geld- und Freiheitsstrafen.

Binnenmärkte 

Entscheidende Impulse fehlen weiterhin, allerdings wird prognostisch von einem um 2,3% gestiegenem Stahlbedarf  für 2017 für den Binnenmarktausgegangen. 

Insgesam bleibt der Markt bis auf dem Bausektor ehrer ruhig. 

Ausblick oder mein Blick in die Glaskugel 

Wir gehen davon aus, dass sich die Beschaffungssituation weiter zuspitzen wird. Probleme bei der Materialbeschaffung und weggefallene und noch wegfallende Flanschen-Hersteller, werden möglicherweise dazu führen, dass die Kapazitäten deutlich reduziert werden. 

Sicher, es gibt zahllose, Fabriken, die Flansche herstellen ebenso wie es zahlreiche Stahlwerke gibt. Jedoch ist nur eine überschaubare Anzahl als Partner für zuverlässige Qualitätsware geeignet. Ich gehe deshalb davon aus, dass sich diese zuverlässigen Werke in den nächsten Monaten die Aufträge werden aussuchen können. Bzw. dass erst wenn diese Hersteller ihre Kapazitäten aufgestockt haben, die bislang üblichen Lieferzeiten wieder sichergestellt sein werden. 

Zum anderen muss auch ganz klar davon ausgegangen werden, dass kaum ein Hersteller gänzlich vor staatlichen Maßnahmen sicher sein kann.

Verbindende Grüße aus Bremen – und lassen Sie es sich gut gehen!

Claudia Münster