Pünktlich zum Beginn der großangelegten Umweltschutz-Kampagne in China steigen die Preise für den Werkstoff  P250GH extrem.

Die Preise sind – nachdem es im Oktober nur moderate Preiserhöhungen gegeben hat – in dieser Woche um etwa 8% gestiegen und haben damit den höchsten Preis/kg seit Beginn der Preissteigerungen Ende 2016.

Wie wir hier vor einigen Wochen berichtet hatten, haben sowohl die chinesische Zentralregierung als auch die jeweiligen Provinzregierungen massive Maßnahmen zur Reduzierung der Umweltbelastungen für die Industrie angeordnet. In der Zeit vom 15.11.2017 bis zum 15.03.2018 dürfen eine Vielzahl von Stahlwerken – die extremen Schmuddelkinder –  überhaupt nicht mehr produzieren. Anderen, deren Emissionen geringer, aber doch oberhalb der zulässigen Grenzwerte liegen, müssen die Produktion in dieser Zeit um 50% zurückfahren. 

In den letzten Wochen haben uns einige „unserer“ Hersteller aus der Provinz Shandong von Problemen beim Bezug von Gas berichtet, das für den Betrieb der seit etwa zwei Jahren auf Gas umgestellten Schmiedeöfen notwendig ist.

Vermehrt klagen unsere chinesischen Partner auch über Schwierigkeiten bei der Beschaffung von hochwertigem Material. Nicht nur, dass die Lieferzeiten der Stahlwerke sich erheblich verlängert haben, es geht tatsächlich bereits um die reine Verfügbarkeit.

Logisch zu erklären sind die aktuellen Schwierigkeiten bei der Beschaffung ebensowenig wie  die extremen und ziemlich spontanen Preissteigerungen nicht.

Denn die Umweltschutz-Maßnahmen während der Heizperiode starten erst heute!

Im Grunde dürften sowohl die Preissteigerungen als auch die reduzierte Verfügbarkeit erst in einigen Wochen Auswirkungen haben. Tatsächlich läuft aber der gesamte Betrieb in den letzten Wochen holprig. Immer wieder erhielten einige Hersteller per Spontan-Dekret ein kurzzeitiges Produktionsverbot oder Anordnungen zur Reduzierung der Produktion.

Darüber hinaus sind die Stahlwerke, die von der ersten Schließungswelle noch nicht betroffen sind, schlichtweg smart und haben die Gesetze des westlichen Marktes virtuos verinnerlicht:  Sie erhöhen die Preise für das Vormaterial auch aus dem einen Grund – weil sie es können.

Wir  können im Moment unseren Kunden nur die Empfehlung geben, früh- und insbesondere rechtzeitig und auch unter Berücksichtigung längerer Lieferzeiten Ihre Bedarfe zu decken, um zu verhindern, dass Beschaffungengpässe für Sie auftreten.

Wir halten Sie weiter auf dem Laufenden und informieren Sie zeitnah über die Entwicklung.

Abschließend interessiert uns, ob und wie Sie Ihre  Beschaffungs-Strategien an die geänderte Situation angepasst haben.

Wir freuen uns riesig über Feedback und Ihre Fragen. 

Verbindende und herzliche Grüße aus Bremen

Claudia Münster