Stillstand ist in jedem Business der Tod.

Was noch vor fünf Jahren Gültigkeit hatte, ist heute schon nicht mehr relevant.

Auch wenn es im B2B für Rohrverbindungsteile Konstanten gibt, die weiter bestehen und die Basics des Geschäfts sind, gibt es auch hier immer wieder Veränderungen. Manches davon ist kurzlebig und anderes wird in wenigen Jahren nicht mehr wegzudenken sein.

Es ist also entscheidend, die Trends, die sich durchsetzen werden, auszumachen.

Die vier folgenden Trends haben das Potential sich durchzusetzen.

Trend #1 Optimierung des Packings im Hinblick auf Digitalisierung


Die Digitalisierung des industriellen Handels entwickelt sich mit einer Rasanz, die in dieser Intensität nicht erwartet wurde. Gerade der immer größer werdende Kostendruck durch extrem gestiegene Einkaufspreise und die fehlende Möglichkeit diese im Verkauf weiterzugeben, hat diese Entwicklung noch beschleunigt. Denn der gestiegene finanzielle Druck ist gerade durch eine  digitalisierte Optimierung der Prozesse teilweise abzufangen.

Eine der Basis-Voraussetzungen für die Umsetzung effizienterer Prozesse ist die Anpassung des traditionallen Packings insbesondere bei Importware an die veränderten Anforderungen, da die Ware in der Regel nicht umgepackt, sondern in den Kisten verbleibt und so die Regalsysteme eingelagert wird.

Aber nicht alle zur Zeit verwendeten Transportkisten erfüllen die Anforderungen der zunehmend immer stärker digitalisierten Organisation des Lagerwesens. Deshalb hat sich in den letzten Monaten immer stärker der Trend durchgesetzt, die notwendigen Anforderungen zu erfüllen. Dazu gehören mehrere Faktoren, wie z.B. die Reduzierung der Kistengesamtgewichte und die sorten- und chargenreine  Verpackung der Produkte.

Während aktuell Mängel durch konventionelle Lagerhaltung noch durch gesteigerte Sorgfalt im Manpower-Bereich ausgeglichen werden können, ist dies bei einer zunehmend digitalisierten Lagerhaltung nicht zu leisten.

Trend #2 Proaktive Reduzierung von Reklamationen 

Die Ansprüche der End-Kunden sind in den vergangenen Jahren immer weiter gestiegen. Was in der Vergangenheit noch „durchgerutscht“ ist, wie z.B. minimale Kratzer an der Dichtfläche oder ähnliche kleine Fehler, die die Verwendung von Rohrverbindungsteilen nicht beeinträchtigt haben, führt mittlerweile vielfach zu Reklamationen. 
Die Ursachen sind vielfältig, aber ein hart umkämpfter Markt und ein enormer Druck auf den Mittelstand und das verarbeitende Gewerbe haben sicherlich zu dieser Entwicklung beigetragen. 
Während diese Reklamationen der Endkunden in der Vergangenheit vielfach abgelehnt wurden, weil kein wirklicher Fehler vorlag, zeichnet sich mittlerweile ein Trend ab, schon im Vorfeld die Wahrscheinlichkeit von überflüssigen Reklamationen  zu reduzieren und so die Kundenzufriedenheit zu steigern. 
Dieses Ziel wird erreicht durch höherwertige Verpackung und speziellen Schutz. So wird mittlerweile häufig empfindlichere Ware, wie z.B. Hochdruckflansche ab PN 40 mit einem separaten Plastikschutz für die Dichtflächen und den Ansatz bestellt. Zugegriffen wird auf alle Methoden, die im Vorweg einsetzbar sind und schadendminimierend wirken. 

Trend #3 Marktchancen erhöhen durch alternative Transportwege


Trotz tendenziell besserer Prognosen für das Projektgeschäft als in den Vorjahren, bleibt auch für diesen Bereich der Markt hart umkämpft. Es jedoch lediglich eine Belebung und noch lange kein Goldrausch.
Während exzellente Qualität selbstverständlich (und berechtigterweise) vorausgesetzt wird, werden die Projekte am Ende über den Preis vergeben. Diesem Preiskampf sind durch den Einkauf natürliche Grenzen gesetzt. 
Seit die Neue Seidenstraße step-by-step in altem Glanz erscheint und der Transfer China – Europa nun statt in 40 Tagen in der halbierten Zeit zu realisieren ist, greifen immer mehr Händler auf diese bezahlbare Alternative zu, um einen entscheidenden Wettbewerbsvorteile zu haben gegenüber der Konkurrenz, die in Europa einkauft.  Gerade für Sonderanfertigungen oder besondere Abmessungen ist dieser Trend stark im kommen. 
Die Entwicklung dieser Transportachse schreitet rasant voran und wird in 2018 einen drastischen Zuwachs haben, da so von chinesischen Importpreisen mit europäischen Lieferzeiten profitiert werden kann.

Trend #4 Verkürzung der Einkaufsrhythmen


Die Lieferzeiten bei chinesischer Importware sind in den vergangenen Jahren extrem angestiegen. Im Edelstahl sind es teilweise bereits mehrere Monate und im schwarzen Bereich muss man etwa mit einer vier Wochen längeren Lieferzeit als üblich rechnen.

Es ist nicht absehbar, ob und wann es überhaupt wieder kürzere Lieferzeiten geben wird. Im Gegenteil,  durch die umwälzenden Veränderungen im chinesischen Markt und den dort massiv gestiegenen Inlandbedarf, könnten noch durchaus deutlich längere Lieferzeiten entstehen.

Im europäischen Markt gibt es deshalb vom lagerhaltenden Handel  im Rohrverbindungsbereich die Tendenz, die Abstände zwischen den turnusmäßig fälligen Lageraufstockungen erheblich zu verkürzen. Statt zweimal jährlicher Bestellungen geht der Handel verstärkt dazu über 6 bis 12 jährliche Bestellungen zu platzieren, um nicht im schlimmsten Fall,von unzureichenden Lagerbeständen überrascht zu werden.

Das sind die relevanten Trends, die sich bereits jetzt eindeutig ausmachen lassen und die in diesem Jahr definitiv eine erhebliche Rolle spielen werden. Machen Sie sich die Entwicklung zunutze und setzen Sie diese Trends proaktiv ein, um den entscheidenden Vorsprung zu haben.

Haben Sie einen weiteren Trend ausgemacht, den wir versäumt haben? Bitte lassen Sie uns teilhaben und wir aktualisieren  diesen Post dann gern.

Verbindende Grüße aus Bremen – Lassen Sie es sich gut gehen!

Claudia Münster