Münsters Rückblick 

Die Haltung Chinas im Angesicht der Maßnahmen der US Regierung ist weiter ruhig geblieben (siehe weiter unten). 

Allgemeine Preisentwicklung Flansche und Rohstoffe

Nachdem die Preise beim Vormaterial P250GH im 1. Quartal leicht, aber kontinuierlich gesunken sind, gab es im April unerwartete, leichte Preissteigerungen von plus 2,3% zu verzeichnen. Es wird erwartet, dass es den gesamten Mai über zu weiteren, moderaten Steigerungen kommen wird, was primär auf erneute und intensivere Kontrollen der Stahlwerke zurückzuführen ist. Sicher spielt auch der gestiegene Bedarf der EU Länder für die Preissteigerungen eine nicht zu vernachlässigende Rolle.


Dennoch ist eine kontrollierte Gelassenheit geboten, denn noch sind wir weit entfernt von den Höchstpreisen im Januar dieses Jahres. Kontrolliert kann beispielsweise bedeuten, bei Auftragsvergabe auf zeitliche Nähe zur Angebotserteilung zu achten, um sich so vor etwaigen Preissteigerungen zu schützen. 

Situation in China  

Das weltweite Thema No. 1 in der Stahlbranche sind die protektionistischen Maßnahmen der US-Regierung. Die mit der #section232 auf den Weg gebrachten Maßnahmen sind sehr stark gegen chinesische Exporte gerichtet. Doch auch wenn China – anders als die EU – keine Schonfrist bekommen hat, scheinen die Chinesen relativ gelassen gegenüber diesen Maßnahmen.

Möglicherweise liegt es daran, dass sich der chinesische Staat der Tatsache  bewusst ist, dass die USA mit den rasant steigenden Exporten nach China, es sich keinesfalls verderben darf mit dem Reich der Mitte. Vielleicht bewerten die Chinesen die Aktionen Trump’s denn auch eher als Wähler-orientierten Aktionismus, denn als wirkliche Maßnahmen zur Marktontrolle.

Insgesamt scheint es so, als ob keine Türen zugeschlagen werden sollen.

Sehr ernst hingegen nimmt China den Kampf gegen die Umweltverschmutzung. Neben den Umweltschutzmaßnahmen der jüngsten Vergangenheit laufen aktuell die Vorbereitungen für den 2. Zensus bezüglich Quellen der Umweltverschmutzung, dessen Ergebnisse in 2019 vorliegen sollen.

Im Vorfeld wird vermutet, dass es in China unfassbare 9 Millionen Verschmutzungsquellen geben soll. Für die Erfassung aller Quellen werden sogenannte WEchats (Whatsapps-Gruppen) gebildet, so dass durch eine extreme Beteiligung sämtliche Quellen entdeckt werden sollen.

Dieses rigide Vorgehen zeigt wieder einmal, dass die Chinesen das Schmuddel-Image bezüglich ihrer Produktion ablegen und ein komplett neues Image kreieren wollen. Das ist sicher in unser aller Interesse und grundsätzlich sehr zu begrüßen, hat allerdings auch seinen Preis.

Ausblick oder mein Blick in die Glaskugel 

Die Situation wird nicht einfacher werden. Eine kontinuierliche Entwicklung in der Preisentwicklung fehlt und der Markt ebenso wie die Weltpolitik lassen sich eben nicht kontrollieren. Dennoch sollte davon ausgegangen werden, dass die Preise aus China auf Sicht nicht auf das Niveau von 2016 zurückfallen werden. Entscheidend wird sein, ob und wie die Preise sich am Markt durchsetzen lassen. Denn die Alternativ-Maßnahme der schrumpfenden Margen scheint für alle ausgereizt.  

Verbindende Grüße aus Bremen – und lassen Sie es sich gut gehen!

Claudia Münster