„Wir bedauern es sehr, diesen oder andere Aufträge auf unbestimmte Zeit nicht annehmen zu können.“

Wenn einen diese Nachricht von einem langjährigen Kooperationspartner aus China erreicht, dann weiß man, dass es Zeit ist für Breaking News.

Was wurde nicht alles in den letzten Wochen befürchtet. Da war von der Verlagerung der US-Geschäfte in den europäischen Markt auf Grund der Sanktionen der USA gegen China die Rede. Die Überflutung des Marktes mit chinesischen Stahl- und Edelstahlprodukten wurde befürchtet. Fataler Preisverfall.

Aber jede Prognose bleibt eben das, was sie ist: Ein Blick in die Glaskugel.

Bei allen prognostischen Betrachtungen im Hinblick auf die Auswirkungen der Trump’schen Sanktionsmaßnahmen, gab es eine Unbekannte: Die Entwicklungen in China.

Tatsächlich scheint es China mit dem Ziel der Reduzierung der Umweltbelastungen noch viel ernster zu meinen, als vielfach in Europa angenommen. „Going Green“ ist das oberste Ziel. Die chinesische Regierung hat erkannt, dass wirtschaftliches Wachstum nicht mehr trennbar ist von einer sauberen Umwelt. Und zwar nicht erst seit gestern. Schon lange gab es sehr klare und eindeutige dahingehende Beschlüsse, wie in diesem Artikel  dargelegt wird.

Ja, wir alle wussten von diesen Beschlüssen, aber wir haben sie nicht ernst genommen. Erst seit vor etwa 16 Monaten die Auswirkungen dieser sauberen Politik hier in Europa mit steigenden Preisen und längeren Lieferzeiten spürbar wurden, mussten auch wir realisieren: China meint es ernst mit „Going green“.

Nun ist es also das erste Mal soweit, dass einer unserer Partner im Edelstahlbereich einen Auftrag nicht angenommen hat, weil er keine Möglichkeit hat, Vormaterial zu kaufen.

Was ist der Hintergrund?

Der überwiegende Teil der Produktionsstätten für Edelstahl wurde zunächst von der chinesischen Provinzregierung geschlossen. Erst, wenn die strengen Umweltauflagen erfüllt werden, darf die Produktion wieder starten.

Ganz sicher sollten wir davon ausgehen, dass nicht alle Stahlwerke diese Reinigungswelle überleben werden. Die Umweltschutz-Auflagen sind extrem streng und werden von diversen maroden und mit veralteten Technologien ausgestatteten Werken, ganz sicher nicht erfüllt werden können.

Es gibt keine Aussagen darüber, wie lange die Maßnahmen andauern werden oder ob es sich um dauerhafte Anordnungen handelt. Unsere Partner hoffen darauf, dass die Situation im Juni klarer ist.

Rein faktisch ist es jedoch so: Nur die Flanschenwerke, die sich ein gutes Vormateriallager angelegt haben, können aktuell neue Aufträge annehmen. Diese Polster werden schnell aufgebraucht sein, da die Bevorratung von Rohmaterial bei den chinesischen Herstellern unüblich ist. Deshalb werden die Lagerbestände überschaubar und schnell aufgebraucht sein.

Wie wird es weitergehen?

Das ist ungewiss. Aber wir sollten davon ausgehen, dass nur eine geringe Anzahl an Vormaterialherstellern diesen Prozess überleben wird. Diese Elite hat ganz sicher kein Interesse daran, die Preise im Edelstahlbereich zu senken – warum auch? Ebenso werden sich dadurch die Lieferzeiten verlängern.

Wir Europäer werden mit dieser veränderten Situation umgehen müssen. Ganz sicher werden die Entwicklungen in China Einfluss auf die Einkaufspraktiken haben.

Es geht aktuell also nicht ausschließlich um den Preis, sondern um die Machbarkeit. Hier ist ein gutes Netzwerk entscheidend.

Wir sind froh so gut vernetzt zu sein, dass wir den Auftrag bei einem anderen Hersteller platzieren zu konnten. Wenn Sie also Unterstützung bei der aktuellen Platzierung Ihrer Bedarfe haben, zögern Sie nicht. Wir unterstützen Sie gern, aber wir können nicht sagen, wie laneg die Vorräte noch reichen werden.

Verbindende Grüße – Lassen Sie es sich gut gehen

Claudia Münster

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