Münsters Rückblick 

 

Der Monat endete mit einem Riesenknall. Ganz unerwartet und erstmals hieß es für den Bereich Flansche aus Edelstahl: Nichts geht mehr. Die Details lesen Sie hier.

Allgemeine Preisentwicklung Flansche

Die Preissteigerungen hielten im Mai an – sowohl für den Bereich C-Stahl als auch für Flansche aus Edelstahl. 

Bei den Edelstahlflanschen war in den letzten Wochen ein sehr heftiger Preisanstieg zu verzeichnen, was definitiv auf die Preissteigerungen bei Aluminium und Nickel zurückzuführen ist.  An der LME schossen die Preise in Höhe. Ein schönes Beispiel für die Nebenwirkungen von politischen Maßnahmen. 

Die Bindefristen bei den Angeboten aus China hingegen schmolzen rasant wie Schnee im Mai 2018. 

Wie das Ganze endete, haben Sie hier gelesen und bei den aktuellen Aufträgen geht es darum, OB ein Auftrag platziert werden kann. 

Im Bereich C-Stahl gab es beim P250GH in der ersten Mai-Woche eine weitere Preissteigerung um etwa 2%. Auf diesem Level halten sich die Preise bis heute. Die Entwicklung bewegt sich damit langsam, aber schon auffällig in Richtung der Preishöchststände im letzten Quartal 2017.

Situation in China  

Es gibt kurzfristig keinerlei Anzeichen, die dafür sprechen, dass es im C-Stahlbereich zu größeren Preissenkungen für Importflanschen aus China kommen sollte. Die Hoffnung, dass die Preise sinken könnten, da ein Teil der Aufträge nicht nach China, sondern nach Osteuropa ging oder innerhalb Europas blieb, hat sich in den letzten Wochen nicht erfüllt. 

Marktwirtschaftlich aus rein europäischer Sicht hätte das tatsächlich eine Folge sein können. Dabei wird jedoch eine Komponente außer acht gelassen: Die Marktsituation in China.

Die Produzenten von C-Stahlflanschen haben die Hütte voll. Das liegt zum einen an sehr gr0ßen Inlandsprojekten, die mindestens noch bis 2019 laufen werden.

Zum anderen liegt es daran, dass eine Auftragsabwanderung stattgefunden hat. Noch immer ist der Provinz Shandong kein normaler Produktionsalltag eingetreten. Zum Hintergrund: In dieser Provinz laden vermehrt Auftrage für Blindflansche, glatte und Gewindeflansche.

Diese Aufträge landen nun in Dingxiang. Zusätzlich. Zu allen anderen Aufträgen. Das führt für viele Hersteller in Dingxiang zu einer sehr komfortablen, geschäftlichen Situation und zu randvollen Auftragsbüchern. Das wiederum bringt in einer Marktwirtschaft niemals sinkende Preise, aber ganz sicher längere Lieferzeiten hervor. Auch wenn China definitiv keine Marktwirtschaft im klassischen Sinn ist, herrschen definitiv die Gesetze des Marktes.

Im Edelstahlbereich sieht es noch katastrophaler aus. In unserem letzten Artikel haben wir darüber geschrieben. Unsere Partner gehen davon aus, dass vor Mitte Juni keine Änderung dieser Situation eintritt. Aber selbst wenn dann die ersten Stahlhersteller wieder mit der Produktion starten dürfen, können Sie sich vorstellen, wie viele Tonnen Edelstahl damit nicht produziert wurden und am Markt fehlen.

Auch wenn diese Formulierungen in Anbetracht der Weltüberproduktion scheinbar im Widerspruch stehen, ist sie absolut stimmig für die kleine Welt der Flansche.

Ausblick oder mein Blick in die Glaskugel 

Dieses Mal ist die Prognose relativ einfach und zwar für beide Bereiche:

  • Die Preise werden steigen. 
  • es wird längere Lieferzeiten geben. 

Verbindende Grüße aus Bremen – und lassen Sie es sich gut gehen!

Claudia Münster