Münsters Rückblick 

 

Der Juni in der Flanschwelt war geprägt von hohen Preisen und langen Lieferzeit, was zu erwarten war, wie wir prognostizierten.  Diese Entwicklung betraf sowohl den Stahl- als auch den  Edelstahlbereich.

Entwicklung Flansche

 

Im C-Stahl Bereich blieben die Vormaterialpreise für P250GH konstant und liegen auf dem identischen Niveau wie Anfang des Monats. Gestiegen sind die Preise dennoch, wenn auch nur moderat mit etwa 3%. Der Grund hierfür ist die Entwicklung des Wechselkurses. 

Für diesen Bereich blieb die Liefersituation weiter angespannt. Zusätzlich zur angespannten Lage bei der Beschaffung des Vormaterials, haben die renommierten Hersteller weiterhin eine hohe Aufragseingangsituation, was die verlängerten Lieferzeiten weiter zementiert. 

Es gibt unter den Herstellern in die Zukunft schauende, die mit geeigneten Maßnahmen  auf die veränderte Situation reagieren und ihre Maschinenparks sowie die Personaldecke aufstocken. Einer unserer Partner hat uns zugesichert, dass bei ihm im Werk die Situation ab Juli wieder normalisiert sei. 

Im Edelstahlsektor bleibt die Situation extrem angespannt. Die Hersteller sind hier weiterhin mit der  extrem schwierigen Situation bei der Materialbeschaffung konfrontiert. Die anfängliche Hoffnung, dass sich die Situation bezüglich der Schließungen der Stahlhersteller bereits Mitte des Juni klären werde, hat sich nicht erfüllt. Jetzt erwarten die Hersteller, dass die „grünen“ Stahlwerke, die die Auflagen der Regierung erfüllen,  im ersten Drittel Juli wieder ans Netz gehen dürfen. 

Folgerichtig sind die Preise auf Grund der Verknappung fröhlich weiter angestiegen, was noch verstärkt wurde durch das erhöhte Auftragsvolumen aus Europa. 

Situation in China  

 

Es wird schlimmer werden. 

Und es wird besser werden. 

Denn es geht um mehr als die Entwicklung der Preise für Flansche. 

Die chinesische Regierung verfolgt konsequent den #gogreen Weg. Ein Zurück die Zeiten, in denen Smog und andere gesundheitsbelastenete Einflüssen den Bürgern gnadenlos zugemutet wurden, wird es definitiv nicht mehr geben. 

In der Kette von Maßnahmen wurde heute als nächstes  Projekt  eine neue Preispolitik gemäß dem Motto „polluters pay the costs“ beschlossen. Beginnend in 2020 sollen nach dem Verursacherprinzip unterschiedliche Preise gelten, die die  Verursachen von Umweltbelastungen oder intensiv Ressourcen Nutzen Industriezweigen empfindlich treffen werden. Diese Unternehmen müssen höhere Preis für Strom und für Wasser bezahlen. 

Auch diese Maßnahme soll die Entscheidung Chinas bis 2025 grün zu sein, fördern und unterstützen.

Diese weiteren Maßnahmen, die definitiv im Interesse unserer Umwelt und der chinesen Bevölkerung absolut begrüßenswert sind, werden sich zum einen definitiv direkt auf die Preise für Flansche auswirken Zum anderen wird sich die Zahl der Hersteller ganz sicher weiter reduzieren. Drecksschleudern haben keine Chance mehr.

Ausblick oder mein Blick in die Glaskugel 

 

Neben der Frage, wie sich die Preise und die Lieferzeiten im kommenden Monat entwickeln werden, ist es auch unumgänglich die Frage aufzuwerfen, wie die Entwicklung in einem größeren Kontext zu sehen ist. Wie wird die Situation in 48 Monaten, in fünf Jahren oder auch in 10 Jahren sein?

Wie schätzen Sie die Situation ein? Was ist ihre Prognose?

Wie immer freuen wir uns über ihr Feedback. Denn wie immer findet die interessanteste Diskussionen anschließend im direkten Austausch statt.

Verbindende Grüße aus Bremen – und lassen Sie es sich gut gehen!

Claudia Münster