Münsters Rückblick

Dieser Monat war im Hinblick auf die Preisentwicklung im Bereich Flansche stabil, was nach den rasanten Veränderungen im November auffällig war. Allerdings ist das nicht weiter verwunderlich, da es keine relevanten Ereignisse gab.

Was geschah im einzelnen?

Preisentwicklung Flansche

Die Vormaterialpreise für den Werkstoff P250GH in China  sind im Dezember 2018 mit 4.750 RMB/ pro Tonne gestartet. Zum Ende des Monats hin gab es leichten Rückgang der Preise um knapp 1%.

Damit liegt der Preise für den Werkstoff P250GH exakt auf dem Niveau des Vorjahresmonat.

So unauffällig wie die Preissituation war die Marktsituation in China im Dezember generell. Anders als in den Vorjahren gab es kaum Ausfälle auf Grund von Limitierung der Energie, die Beschaffung des Vormaterials blieb ebenfalls unauffällig. Tatsächlich gab es von Seiten der Hersteller gar keine Berichte. Es war einfach nur business as usual.

Situation in China

Doch das ist ziemlich sicher nur ein scheinbarer Stillstand. Denn China betrachtet nervös die politische Lage im Verhältnis  China – USA – EU. Während die Chinesen anfangs noch unbeeindruckt schienen von den Sanktionsmaßnahmen der USA und gerne vollmundig verlauten ließen, dass die USA China mehr brauche als umgekehrt, hat sich mittlerweile diese Haltung verändert.

Beide Seiten wissen, dass sie einander brauchen und kommen sich entgegen, wenngleich auch mit Babyschritten. Experten rechnen deshalb mit einer Einigung, was dazu führen könnte, dass der Handel zwischen den USA und China in den nächsten Monaten wieder Fahrt aufnimmt.

Ausblick oder mein Blick in die Glaskugel

Darüber könnte sich die EU freuen, da dann die viel beschworenen umgeleiteten Warenströme hinfällig wären. Aber es scheint, als wenn die EU die Stahlbranche  – unabhängig von der Beziehung USA / China – dauerhaft reglementieren will.

Angespannt warten alle Marktbeteiligten auf das Ergebnis der Safeguard Untersuchungen und die dann anstehende Entscheidung Anfang Februar. Allerdings scheint das Ergebnis bereits festzustehen. Anfang Januar 2019 hat die EU Kommission das Ergebnis der Safeguard Untersuchungen bekanntgegeben und der WTO vorgeschlagen, dass die Maßnahmen dauerhaft bzw. bis Juli 2021 verlängert werden sollen. Außerdem sind noch drei weitere Produktgruppen von den Maßnahmen betroffen.

Danach sollen sollen zusätzliche Importzölle in Höhe von 25% anfallen, wenn die jeweiligen Quoten überschritten sind.

Es ist davon auszugehen, dass die Entscheidung, die Mitte des Monats ansteht, dem Vorschlag der EU folgen wird, so dass die Quoten Anfang Februar in Kraft treten würden.

Auch wenn Flansche nicht zu den betroffenen Produktgruppen gehören, ist davon auszugehen, dass die Auswirkungen auf betroffene Produktgruppen, sich mittelbar langfristig auf auf den Bereich Flansche auswirken werden und zwar in Form von sinkenden Preisen.

Diese mögliche Folge wird noch unterstützt von den jüngsten Berichten, wonach die deutsche Wirtschaft wieder einmal schwächelt.

Wenn es also nicht irgendwelche Überraschungen aus China geben sollte, könnten uns in den nächsten Monaten Preissenkungen bevorstehen, wobei diese moderat und im einstelligen Bereich sein sollten.

Verbindende Grüße aus Bremen

Claudia Münster

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