Münsters Rückblick

Es war ruhig, sehr ruhig, ungewöhnlich ruhig in der Flanschenwelt.

Das übliche After-Chinese-New-Year-Preishoch blieb aus und auch ansonsten blieben die Preise bezogen auf den Werkstoff P250GH unauffällig.

Preisentwicklung Flansche

Der Vormaterialpreis für den Werkstoff P250GH in China  ist im Februar 2019 mit 4.700 RMB/ pT gestartet. Zum Ende des Monats lag der Preis bei 4.750 RMB/ pT. Das ist eine Preissteigerung von etwa 1%, womit die Senkung der Preise im Januar um 1% wiederum ausgeglichen ist.

Wie wir bereits erwartet hatten, gab es nicht nicht Chinese New Year Preis Hype. Es wird immer klarer, dass die alten Regeln nicht mehr gelten. Der Markt wirkt nachhaltig verändert. Immer mehr ist Preisentwicklung an die große Politik als an die tatsächlichen Indikatoren wie Beschaffungssituation und Preise bei den Rohstoffen.

Situation in China

In China steigt die Befürchtung, dass der Verlierer im Handelskrieg mit den USA, China sein könnte. Es ist klar, dass ein Ende der Auseinandersetzung – trotz Verhandlungen – noch lange nicht in Sicht ist. Gerade prüft die USA für den Bereich Baustahl Dumpingvorwürfe gegen Kanada und China. Die Untersuchung wird voraussichtlich im September abgeschlossen sein und im Raum steht ein Anti-Dumpingzoll von stolzen 222%.

Immer deutlicher wird auch, dass die Stahlbranche schon lange kein Lieblingskind des States mehr ist. Es läuft oder es läuft nicht.

Tatsächlich darf man sich fragen, wie lange es dauern wird, bis der 3D Druck, den China massiv fördert, zum ersten Mal im Bereich von stählernen Industrieprodukten eingesetzt wird.

Noch ist eine serienmäßige Produktion von Flanschen zwar eine Utopie; aber bedenken Sie bitte: In China werden Utopien sehr schnell Realität.

Ausblick oder mein Blick in die Glaskugel

Aktuell haben wir eine Situation, die ein paar Unbekannte hat. Die gesunkene, weltweite Stahlnachfrage ist definitiv etwas, mit dem wir umgehen müssen. Im 2. Halbjahr 2018 ist die Pkw Produktion in Deutschland um 20% gesunken. Dies führte zu einer deutlichen Reduzierung des Bedarfs. Wie diese Entwicklung weitergeht, darf abgewartet werden.

Hinzu kommt die insgesamt verhaltene Konjunktur, die aktuell nicht viele positive Impulse anbietet.

Unter diesen Aspekten ist eine Reduzierung der Importpreise Flansche aus China wahrscheinlich.

Dagegen spricht hingegen ein sehr trauriger Umstand. Der Dammbruch der Vale Eisenerzmine hat mittelbaren Einfluss auf die Stahlproduktion weltweit. Die betroffene Mine stellt für drei Jahre die Produktion von Eisenerz ein. Bezogen auf die weltweite Produktion, ist die fehlende Menge nicht unbedingt real ausschlaggebend. Dennoch wissen wir alle, dass die Märkte empfindlich sind. Und kurzfristig hat das furchtbare Unglück bereits zu einer Steigerung der Eisenerzpreise geführt.

Zusammenfassend bleibt zu sagen, dass die Entwicklung der Preise in den nächsten Monaten keineswegs eindeutig einschätzbar ist. Es kann in beide Richtungen gehen.

Verbindende Grüße aus Bremen

Claudia Münster

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