Münsters Rückblick

Die Preise beim Vormaterial P250GH durchliefen im April nur eine moderate Steigerung um 2%.

Wie erwartet ist im April insgesamt etwas mehr Bewegung am Markt gewesen, da mittlerweile die Lagerbestellungen für den Sommer platziert werden.

Preisentwicklung Flansche

Die aktuellen Preise im C-Stahl Bereich bewegen sich seit mehreren Monaten auf einem ähnlichen Niveau. Es gibt zwar immer mal wieder Bewegung und zwar sowohl nach oben als auch nach unten. Diese Ausschläge sind jedoch immer moderat. Bereits nach wenigen Tagen pendelte sich der Vormaterialpreis wieder bei RMB 4850/Tonne ein.

Diese Preisstabilität sollte jedoch keinesfalls zu dem Irrtum führen, dass der überhitzte Markt aus dem vergangenen Jahr endgültig der Vergangenheit angehört.

Im Gegenteil: Es wird schlimmer werden. Und schlimmer bedeutet teurer und knapper.

Situation in China

Der Grund hierfür ist eine ambitionierte Richtlinie, die das chinesische Umweltministerium Anfang Mai erlassen hat. Die Richtlinie ist an die Stahlindustrie adressiert und macht zur Auflage, dass bis zum Jahr 2025 die Emmissionen um 80%!!!! gesenkt werden müssen.

Mit der Verordnung wird ein ganzer Katalog von Einzelauflagen erlassen, die von der Stahlindustrie erfüllt werden müssen. Das betrifft die Intensität des Ausstosses pro Stunde, geht über Grenzwerte für einzelne Ausstösse bis hin zu den umweltschutzrechtlichen Anforderungen an die Umweltverträglichkeit der Transportmittel für den Versand der Produkte.

Denn trotz der massiven Umweltschutzmaßnahmen in 2017 und 2018 ist die Stahlindustrie noch immer der Umweltsverschmutzer Nummer 1 in China.

Mitursächlich für den Erlass der Richtlinie war ebenfalls, dass während der Kontrollen in der Heizperiode festgestellt wurde, dass die Vielzahl der Stahlwerke die ihnen auferlegten Werte nicht einhielten.

Das alles zeigt, dass die Umweltschutzmaßnahmen gegenüber der Stahlindustrie keineswegs abgeschlossen ist, sondern erst am Anfang steht.

Das wiederum bedeutet, dass auf die Stahlwerke und die Flansch-Produzenten erhebliche Mehrkosten zur Erfüllung der Auflagen zukommen werden.

Ausblick oder mein Blick in die Glaskugel

Wir dürfen ganz sicher davon ausgehen, dass diese Kosten an uns als Einkäufer weitergegeben werden. Das wird allerdings nur bis zu einem gewissen Anteil funktionieren. Den Chinesen wird nichts anders übrigbleiben, als den Produktionsprozess stärker zu automatisieren, um so umweltfreundlich UND kostengünstig zu produzieren.

Das heißt, langfristig werden die Preise sich wahrscheinlich auf einem wettbewerbsfähigen Preis einpendeln. Für einen Übergangszeitraum, der durchaus mehrere Jahre dauern kann, sollten wir uns auf steigende Preise und eine schwierige Beschaffungssituation einstellen.

Verbindende Grüße aus Bremen

Claudia Münster

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