Mein letzter Newsletter datiert aus März 2020 und ich hätte definitiv  nicht damit gerechnet, dass wir acht Monate später  im Lock-down Light durch die 2. Corona-Welle rasen. Selbstverständlich wussten wir alle, dass es eine zweite Welle geben wird, aber wissen und erleben sind zwei Paar Schuhe. 


Gerade deshalb ist es wichtig, immer wieder einen Blick in die Glaskugel zu wagen und mit dem Wissen, das wir aus 2020 haben, einen Ausblick in das kommende Jahr zu werfen. Was bleibt? Was geht?

Wozu überhaupt einen Ausblick wagen? Denn nach den letzten Monaten liegt die Versuchung nahe, resigniert zu akzeptieren, dass sowieso alles anders kommt, als wir es uns vorgestellen und wir es deshalb einfach nehmen müssen wie es kommt. Das ist allerdings gerade im Businessbereich nicht besonders zu empfehlen, denn wir alle müssen Entscheidungen treffen. Jeden Tag. Wenn wir das nicht tun, können wir nur noch reagieren. Also treffen wir besser Entscheidungen und greifen dabei zurück, erstens auf das, was wir sicher wissen, nämlich die Fakten der Vergangenheit. Zweitens, auf Prognosen basierend auf Analysen und drittens auf unser Bauchgefühl. Ja, auch das spielt eine Rolle. Denn keiner weiß zuverlässig, was passieren wird.

Ich habe mir ein paar Gedanken gemacht und hier sind meine Prognosen 2021.

#1 Die Welt wird nicht untergehen und der Markt wird weiterleben. Im letzten Newsletter habe ich mich bei meiner Prognose auf Goldman Sachs berufen, die einen krassen Einbruch des BIP für das Q2 2020 und eine Erholung im 3. und 4. Quartal vorausgesagt hat. Nachdem es im 2. Quartal den erwarteten krassen Einbruch gegeben, gab es im 3. Quartal eine deutlich Erholung im Vergleich zum 2. Quartal. Für das 4. Quartal kennen wir zwar die Zahlen noch nicht, aber der Markt lebt immer noch.

Für 2021 erwartet die Mehrzahl der Analysten ein neues Allzeithoch beim DAX von 14.000 Punkten. Diese Prognose berücksichtigt, dass wir mit Corona auch im ersten Halbjahr 2021 zu tun haben werden.

#2 Was definitiv gehen wird, ist eine gewisse Unschuldigkeit mit der wir uns durch Menschenmassen bewegt haben. Die TUBE 2020 wurde mittlerweile ja komplett abgesagt. Vielleicht werden diese und auch andere Messen nie wieder in der gleichen Form stattfinden. Ich erwarte, dass ein Großteil von diesen Events online gestellt wird. Es wird virtuelle Break-out Rooms oder Matchmaking Spaces geben, in denen wir uns ganz gezielt mit den Kontakten treffen, die wirklich relevant für uns sind. Präsentation, neue Maschinen und Produktionsprozesse werden wir hautnah und bequem in Online Showrooms erleben.

Auf den Einwand, dass nichts den persönlichen Kontakt ersetzen kann, erwidere: Ja, es ist ein anderes Erlebnis mit einem Menschen an einem Tisch zu sitzen als ihn virtuell zu treffen. Aber in den letzten Monaten durften wir alle lernen, dass sehr viel mehr virtual möglich ist, als erwartet. Außerdem ist es ja nicht so, dass es um die Wahl persönlich oder virtuell ginge, sondern es geht darum, wie ein Event stattfinden kann, ohne das Menschen unnötig gefährdet werden.

Unter Effizienz-Gesichtspunken ist es darüberhinaus für mich auch denkbar, dass ein individuell geplanter, virtueller Messebesuch durchaus effektiver sein kann als die Präsenz vor Ort.

Möglicherweise werden Messen neben dem Haupt-Online-Event noch kleine, exquisite Offline Veranstaltungen anbieten, die individuell zugeschnitten, sicher und so maximal effektiv sind.

#3 Das Stahl-Business lebt weiter. Sei es der Rohrleitungsbau, Industrieprojekte oder die Bau-Branche. Solange der Markt lebt, lebt auch die Industrie. Auch hier müssen wir allerdings davon ausgehen, dass sich Veränderungen ergeben. Das erklärte Ziel in Europa ist definitiv klimaneutraler Stahl. Je mehr Europa bzw. die europäische Industrie es schafft, dieses Ziel zu erreichen, umso mehr Folgen wird das für den internationalen Stahlbezug haben. Grüner, europäischer Stahl wird mehr kosten. Deshalb wird es natürlich Sanktionen oder andere Instrumente geben, die die europäische Industrie im Sinne eines Co2 Ausgleichs schützen. Kritische Stimmen, wie und ob das überhaupt machbar sei, gibt es zahlreich dazu. Allerdings fürchte ich, dass wir davon ausgehen müssen, dass grüner Stahl und somit auch Flansche teurer werden, denn Klimaschutz hat einen Preis.

#4 China startet durch Die Zahlen und der Markt in China sind deutlich auf Erfolgskurs. Bedingt durch die Möglichkeiten des Systems des Landes ist der Kampf gegen die Pandemie sehr effektiv. China hat große Pläne. Der 24. Fünf-Jahres-Plan Chinas (von 2021-2025) sieht Großes vor. Bis 2035 will China ein High-Income Land sein, ein großer Fokus liegt auf der Modernisierung der Industrie-Technologien, Digitalisierung, Big Data und auf einer Grüne Wirtschaft.

Chinas Markt erholt sich rasch von der Pandemie und große Projekte werden in Angriff genommen. Waren im 2. und 3. Quartal unsere Hersteller noch glücklich, über jeden Auftrag, den sie buchen konnten, beginnen sich jetzt bereits die Lieferzeiten zu verlängern auf Grund der stark gestiegenen Inlandsnachfrage an Flanschen.

Wie schätzen Sie die Entwicklung 2021 ein? Was bleibt? Was geht? Und welche Entscheidungen treffen Sie auf dieser Basis?

Sichern Sie sich in Bezug auf Ihren Flanschenbedarf jetzt die aktuellen Preise und Lieferzeiten.. Sprechen Sie uns gerne an.

Herzliche Grüße aus Bremen

Claudia Münster